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Kaltgeschleuderter Honig kaufen — und worauf es wirklich ankommt

Sie suchen nach kaltgeschleudertem Honig? Gut so. Denn hinter dieser Suche steckt der richtige Instinkt: Sie wollen naturbelassenen Honig, dessen wertvolle Inhaltsstoffe nicht durch Hitze zerstört wurden.

Aber lassen Sie uns ehrlich sein: Der Begriff „kaltgeschleudert" allein sagt weniger aus, als viele denken. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, warum das so ist — und worauf Sie wirklich achten sollten, wenn Sie hochwertigen Honig kaufen möchten.

Was bedeutet „kaltgeschleudert" eigentlich?

Beim Schleudern wird der Honig durch Zentrifugalkraft aus den Waben gelöst. Dieser Vorgang findet grundsätzlich bei Raumtemperatur statt — denn würde man die Waben erhitzen, würde das Wachs zu weich und in der Centrifuge zerstört.

Das bedeutet: Praktisch jeder geschleuderte Honig ist kaltgeschleudert. Das ist kein Qualitätsmerkmal, sondern schlicht technische Notwendigkeit.

Warum also suchen so viele Menschen nach diesem Begriff? Weil sie — völlig zu Recht — Honig vermeiden wollen, der durch Wärmebehandlung seine wertvollen Eigenschaften verloren hat.


Honigernte im Sauerland mit Handbetriebener Schleuder.
Honigernte im Sauerland mit Handbetriebener Schleuder.


Das eigentliche Problem: Erhitzung nach der Ernte

Die Wärmebehandlung, die Honig schadet, findet nicht beim Schleudern statt, sondern danach. Industriell verarbeiteter Honig wird häufig auf 60–70°C oder mehr erhitzt, um:

  • die Kristallisation zu verhindern (Honig bleibt länger flüssig im Glas)

  • den Honig schneller durch Filter zu pressen

  • große Mengen effizient abzufüllen

Das Problem: Bei diesen Temperaturen werden die natürlichen Enzyme im Honig zerstört. Besonders die Invertase, ein sehr wärmeempfindliches Enzym, verliert ihre Aktivität. Der Honig mag noch süß schmecken, aber viele seiner wertvollen Eigenschaften sind unwiederbringlich verloren.


Wie erkennt man, ob Honig erhitzt wurde?

Hier wird es konkret. Es gibt messbare Werte, die zeigen, ob ein Honig schonend behandelt wurde:

Invertase-Aktivität: Dieses Enzym ist extrem hitzeempfindlich. Eine hohe Invertase-Aktivität ist der beste Beweis dafür, dass der Honig nicht erhitzt wurde.

HMF-Gehalt (Hydroxymethylfurfural): Dieser Stoff entsteht, wenn Honig erhitzt oder falsch gelagert wird. Je niedriger der Wert, desto besser.

Kriterium

EU-Honigverordnung

Deutscher Imkerbund (DIB)

Wassergehalt

max. 20%

max. 18%

HMF-Gehalt

max. 40 mg/kg

max. 15 mg/kg

Invertase-Aktivität

nicht vorgeschrieben

min. 64 U/kg

Herkunft

„EU/Nicht-EU" erlaubt

100% Deutschland, pollenanalytisch geprüft

Rückverfolgbarkeit

nicht vorgeschrieben

Kontrollnummer auf jedem Glas

Der Unterschied ist erheblich: Das DIB-Glas garantiert durch die strenge Invertase-Anforderung, dass der Honig nicht wärmebehandelt wurde. Das ist die messbare Garantie, die hinter dem Begriff „kaltgeschleudert" eigentlich gesucht wird.


Warum regionale Herkunft heute wichtiger ist denn je

Im Oktober 2024 hat der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund gemeinsam mit europäischen Kollegen 30 Honige aus deutschen Supermärkten mit einer neuen DNA-Analysemethode untersuchen lassen. Das Ergebnis: 25 von 30 Proben waren mit Zuckersirup gestreckt.

Im August 2025 hat das ZDF-Magazin Frontal nachgelegt und selbst Honig mit Sirup gepanscht, um zu testen, ob die üblichen Labormethoden das erkennen. Das ernüchternde Ergebnis: Die Standard-Tests, auf die auch große Supermarktketten vertrauen, haben den Fake-Honig nicht erkannt.

Was die Tests aber auch zeigten: Die beiden Honige mit deutscher Herkunftsangabe waren in Ordnung.

Das Problem sind vor allem die günstigen Mischhonige mit der Angabe „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern". Bei einem Endverbraucherpreis von 1,99€ pro Glas kann schlicht kein echter Honig produziert werden — nicht einmal in Ländern mit niedrigen Produktionskosten.


Worauf Sie beim Honigkauf achten sollten

Wenn Sie sicher sein wollen, echten, naturbelassenen Honig zu kaufen:

1. Klare Herkunftsangabe: Ein Glas sollte ein einziges Herkunftsland nennen, idealerweise Deutschland. „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern" ist ein Warnsignal.

2. Name und Adresse des Imkers: Wenn ein konkreter Imkereibetrieb auf dem Glas steht, können Sie im Zweifelsfall nachfragen.

3. Das DIB-Glas: Das Glas des Deutschen Imkerbundes ist mehr als Tradition. Es garantiert die Einhaltung strenger Qualitätsstandards, regelmäßige Kontrollen und vollständige Rückverfolgbarkeit durch die Kontrollnummer.

4. Realistischer Preis: Guter Honig hat seinen Preis. Ein Glas unter 5€ für 500g sollte Sie skeptisch machen.


Unser Honig: Aus Bielefeld, im DIB-Glas

In unserer Imkerei Blum verkaufen wir unseren Honig bewusst im Glas des Deutschen Imkerbundes. Nicht weil wir müssten — sondern weil es unseren Kunden eine verbindliche Qualitätsgarantie gibt, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgeht.

Unsere Bienen sammeln in und um Bielefeld — von Linden, Raps, Obstbäumen und Wildblumen. Jedes Glas trägt unseren Namen und eine Kontrollnummer. Sie wissen genau, woher Ihr Honig kommt.

Wir schleudern selbstverständlich kalt — wie jeder seriöse Imker. Aber wichtiger noch: Wir erhitzen unseren Honig auch danach nicht. Die regelmäßigen Qualitätsprüfungen des DIB bestätigen das durch die gemessene Enzymaktivität.


Sortenhonige von Imkern, die wir kennen

Neben unserem eigenen Honig bieten wir auch ausgewählte Sortenhonige an — von Imkerkollegen, die wir persönlich kennen und deren Arbeitsweise wir vertrauen. Ob Akazienhonig, Waldhonig oder andere Spezialitäten: Alle diese Honige stammen von Imkereien, die ebenfalls nach den strengen DIB-Richtlinien arbeiten.

Das bedeutet für Sie: Auch bei unseren Sortenhonigen können Sie sich auf dieselben Qualitätsstandards verlassen — geprüfte Enzymaktivität, niedriger HMF-Gehalt, keine Wärmebehandlung und volle Rückverfolgbarkeit.


Fazit: Der richtige Instinkt, die richtige Frage

Wenn Sie nach „kaltgeschleudertem Honig" suchen, haben Sie den richtigen Instinkt. Sie wollen naturbelassenen Honig ohne Wärmeschäden.

Aber achten Sie auf das, was wirklich zählt: klare deutsche Herkunft, ein Imker mit Namen und Adresse, das DIB-Glas mit seinen strengen Standards — und ein Preis, der echte Qualität ermöglicht.

Bei uns in der Imkerei Blum bekommen Sie genau das.


Hinweis: Die in diesem Artikel genannten Studienergebnisse stammen aus Untersuchungen des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbunds (Oktober 2024) sowie des ZDF-Magazins Frontal (August 2025).

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